Vom „Ave Maria“ bis zur mächtigen Ritterburg

Vom „Ave Maria“ bis zur mächtigen Ritterburg

Die Golfplätze in Tirol und dem Salzburger Land haben einige Kuriositäten und Besonderheiten zu bieten. Manches weiß man, manches nicht.

Der eine Golfplatz hat auf 57 Hektar so und so viele Bunker, auf dem anderen muss der Gebirgsbach auf dem Weg vom ersten bis zum 18 Loch zigmal überspielt werden. Die eine Anlage wurde von einer Größe der Szene gebaut, auf der nächsten gibt es die längste Spielbahn der Region. Alles Rekord und Zahlen, die man im Internet schnell finden kann. Aber die Golfplätze in der Golf-Alpin Region haben meistens noch weit mehr zu bieten als Wasserhindernisse, schnelle Grüns und knifflige Abschläge. Mitunter sind es Geschichten, die noch nicht jeder kennt. Wir haben ein paar besondere Fakten der Golfklubs in Tirol und dem Salzburger Land zusammengefasst.

Fangen wir am Achensee an. In Pertisau und dem inzwischen ältesten Golfclub Tirols. Dort fühlt man sich auf der Runde mitunter schnell im Golfer-Himmel. Die Besonderheit im GC Achensee ist das „Ave Maria“, das hier zweimal täglich, jeweils um 12 und 18 Uhr, durch das Tal schallt – und damit auch quer über den Golfplatz. Die Geschichte, die dahinter steckt, ist außergewöhnlich: Weil für Glocken in der alten Kirche im Dorf damals kein Geld vorhanden war, wurden Lautsprecher installiert. Und statt Ding und Dong ertönt seitdem eben das feierliche „Ave Maria“. Mit so viel Beistand von oben sollte es dann auch auf dem Golfplatz laufen.

Weiter geht die besondere Reise durch das Golf-Alpin-Land im Zillertal. Gar nicht weit weg vom Achensee. Dort ist vor einigen Jahren mit dem GC Zillertal-Uderns ein besonderes Golf-Juwel entstanden. Jede Spielbahn ist besonders, das Panorama ebenso einzigartig. Wer dort schon einmal gespielt hat, wird sich an Bahn 14 erinnern. Ein Par 3, bei dem viel auf dem Spiel steht. Ein Diamant. Denn wer dort bei einem Turnier ein Hole-in-one schlägt, bekommt dafür einen Einkaräter.

Die nächsten neun Löcher auf der virtuellen Tour kennen viele nur aus dem Winter. Dann ist allerdings in der Regel gar nicht zu erkennen, dass es sich um einen Golfplatz handelt. Dann rasen hier die wagemutigen Ski-Abfahrer die weltberühmte Streif hinunter. Im Zielgelände der Hahnenkamm-Abfahrt befindet sich der 9-Loch-Platz des Golf- und Landclubs Rasmushof. Diese Symbiose von Sommer- und Wintersport ist weit und breit wohl einzigartig.

Genauso einmalig ist auch die geografische Konstellation im GC Reit im Winkl-Kössen. Die 18-Loch-Anlage ist Europas erster und einziger grenzüberschreitender Golfplatz. Sechs Spielbahnen befinden sich auf Tiroler Seite, die zwölf anderen in Bayern. Ein kleines Schild auf dem Platz zeigt die Grenze an, die inzwischen aber freilich ganz ohne Zoll-Kontrolle und Reisepass überschritten werden darf.

Auch die Plätze im Salzburger Land haben Außergewöhnliches zu bieten. Längst kein Geheimtipp mehr ist die Golf-Gondel „Birdie-Jet“ im Golfclub Radstadt. Vom elften Grün befördert die Bahn den Golfer und sein Equipment 250 Meter weit hinauf zum nächsten Abschlag. Viel geheimnisvoller geht es da schon im Golfclub Gut Altentann zu. Denn dort, wo es heute um Birdies und Pars geht, wurde auch früher schon so mancher Kampf ausgetragen. Auf dem Golfplatz-Gelände stand einst, im Krieg zwischen dem bayerischem und dem Salzburger Adel, eine Burgfeste mit Wassergraben. Von der mächtigen Burg ist auf dem Platz kein Gemäuer mehr übrig. Aber gar nicht weit davon entfernt schon: Die Ruine Lichtentann am Nordwestrand des Henndorfer Waldes wurden Mitte der 1980er Jahre sogar saniert.

Eine ähnliche historische Besonderheit hat auch der Golfclub Nationalpark Hohe Tauern in Mittersill zu bieten. Schon 1930 entstand nämlich die Idee eines Golfplatzes am Ort. Ein paar Meter weiter oben, im Schloss Mittersill. Das ist vom Golfplatz fast immer zu sehen. Nach Kriegsende wurde dort der damals exklusivste Klub der Welt gegründet, der „Sport & Shooting Club“. Der Jetset kam zurück nach Salzburg, viele internationale Berühmtheiten wie zum Beispiel Bob Hope und Bill Crosby. Historische Fotos zeigen, dass rund um das Schlossgebäude früher sogar eine Driving Range stand. Letztlich war sie sogar die Wiege des Golfsports in der Region. Denn ohne Schloss Mittersill gäbe es keinen Golfclub Kaps in Kitzbühel und ohne Sport & Shootingclub hätte sich kein Promi nach Kitzbühel verirrt.

Verirren ist am Fuschlsee ausgeschlossen. Obwohl es vom einen zum anderen Golfplatz einmal quer übers Wasser geht. Die Golfroas ist einmalig. Nach den ersten neun Löchern am Golfclub Salzburg Schloss Fuschl folgt die Fahrt über den See mit einer Zille, einem traditionellen Holzboot. Und am anderen Ufer werden im GC Waldhof die zweiten neun Löcher gespielt. Zur Halfway wird übrigens Fisch aufgetischt.

Zu Ende geht unsere Runde im Golfclub Zell am See-Kaprun-Saalbach. 36 Spielbahnen gibt es dort. Ganz schön viel Auswahl. Und zwei Bahnen haben es in sich. Zwei Mal pro Woche werden die Ziele auf den Löchern 10 und 11 am Platz Kitzsteinhorn größer. Und die Bälle, mit denen gespielt wird, auch. Denn mittwochs und sonntags wird in Zell am See nachmittags Fußball-Golf gespielt. Wahlweise mit neun oder 18 Hindernissen. Ähnlich wie beim Golf ist auch hier das Ziel, den Ball am Ende einer Bahn mit möglichst wenigen Schüssen einzulochen. Getestet wurde das Zusatzangebot übrigens schon von international erfahrenen Profis: den Kickern von Bayer 04 Leverkusen aus der deutschen Bundesliga. Sie sind regelmäßig zum Trainingslager in der Region und stehen auf dem Golfplatz sogar für eine Bahn Pate. 

Impressionen