Immer locker bleiben - so klappts beim Golfturnier

Immer locker bleiben - so klappts beim Golfturnier

Fotos: Stephan Schöttl, Fotolia.de, Portrait von Daniel Ortner-Bauer (Foto: Jörg Mette)

Die Golf Alpin Tour beginnt wieder. Ein Pro verrät, wie das nächste Turnier garantiert ein Erfolg wird

Sie geht wieder los: die Golf Alpin Tour. Seit über 17 Jahren ist diese Amateurturnierserie eine Erfolgsgeschichte. Verschiedene Ferienregionen und dazugehörige Hotels aus dem Salzburger Land und Tirol präsentieren sich in den austragenden Golfclubs – österreichische Gemütlichkeit und regionale Köstlichkeiten inklusive! Kein Wunder, dass die meisten Teilnehmer da motiviert sind bis in die Haarspitzen. Extra früh ins Bett gegangen, auf das freundschaftliche Feierabendbierchen mit dem Nachbarn verzichtet, stattdessen das Golfbag gepackt und in Gedanken schon an der Siegerrede geschrieben. Stop! Fehler im System! Denn Golf ist reine Kopfsache und kann manchmal ganz schön ungerecht sein. Das macht vielen vor allem bei Turnieren ganz schön zu schaffen. „Weil man da einfach zu viel will und die Lockerheit verloren geht“, sagt Daniel Ortner-Bauer, Pro im Golfclub Zugspitze-Tirol, einem von über 40 Partnerplätzen von Golf Alpin. Gibt es denn Tipps, mit denen das Turnier garantiert gelingt?

„Das geht natürlich nicht von heute auf morgen. Das ist ein Lernprozess“, sagt Ortner-Bauer. „Carpe diem“, heißt die schlichte Zauberformel. Den Tag genießen, Spaß haben. Das ist der Mehrwert des Golfsports. „Das Ergebnis kommt dann von selbst“, meint der Pro. Das Wichtigste: den Fehlschlag, den verhauten Chip oder den verschobenen Putt möglichst schnell abhaken und den Blick nach vorne richten. Ortner-Bauer sagt: „Wenn man an Loch 1 mit einem Doppelbogey startet, ist noch lange nichts verloren. Man darf sich gerne 50 Meter lang über den missglückten Schlag aufregen. Vielleicht auch mal kurz fluchen.“ Dann gilt: Kopf frei machen und den nächsten Abschlag wieder ganz elegant nach draußen hauen. Natürlich klingt das für manchen leichter als es wirklich ist. Langes Lamentieren ist aber sowieso fehl am Platz. Wer sich am Ende noch immer über das Missgeschick am ersten Loch aufregt, hat die große Chance verpasst, den Fehler an den verbleibenden 17 Löchern auszumerzen.

Der Profi rät außerdem, sich vor Turnieren auf fremden Plätzen bereits am Tag zuvor daheim ordentlich vorzubereiten, im Internet die einzelnen Spielbahnen zu studieren und zu analysieren. „Ich empfehle, schon zwei Stunden vor dem Abschlag da zu sein“, sagt er. So artet die erste Orientierung auf der Anlage nicht gleich in großen Stress aus. Wichtig sind Antworten auf die Fragen: Wo geht's zum Sekretariat? Wo ist der erste Abschlag? Wo kann ich noch ein bisschen üben? Wie sind die Grüns beschaffen? Sind die Roughs besonders dicht? Letztlich hängt der Erfolg bei einem Turnier auch von der körperlichen Verfassung eines jeden Einzelnen ab. Ortner-Bauers Gleichung scheint simpel: gute Kondition = gute Konzentration. Sein Tipp: „Genügend Wasser und ausreichend Verpflegung wie zum Beispiel Bananen sind das A und O!“

Und dann ist da ja auch noch dieses nervöse Gefühl im Magen. Ja, es ist ja irgendwie verständlich, wenn man am Abschlag aufgeregt ist. Ist in etwa so, wie wenn der große Theaterspieler auch bei seiner 999. Aufführung noch Lampenfieber hat. Wer’s entspannt angeht, wird auf jeden Fall besser spielen. Und es ist gut zu wissen, dass auf einer 18-Loch-Runde im Normalfall jeder mal einen Tiefpunkt hat. Um mit solchen Stresssituationen in Turnieren besser umgehen zu können, rät Daniel Ortner-Bauer zum außergewöhnlichen Training: Zockerspielchen mit den Golfkumpels auf der Privatrunde! Das ist Druck pur! Der Pro meint lachend: „Man sollte schon um etwas spielen, das auch wehtut. Wer zum Beispiel hat ernsthaft Spaß daran, dem Buddy nach der Runde den gesamten Schlägersatz zu putzen?“

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